Dienstag, 18. Juni 2013

Lena – Leonce und Lena – Büchner



Vierte Szene, Ein Garten

Lena Ja, jetzt! Da ist es. Ich dachte die Zeit an nichts. Es ging so hin, und auf einmal richtet sich der Tag vor mir auf. Ich habe den Kranz im Haar – und die Glocken, die Glocken!
(Sie lehnt sich zurück und schließt die Augen.)
Sieh, ich wollte, der Rasen wüchse so über mich und die Bienen summten über mir hin; sieh, jetzt bin ich eingekleidet und habe Rosmarin im Haar. Gibt es nicht ein altes Lied:
Auf dem Kirchhof will ich liegen
Wie ein Kindlein in der Wiegen ...
Gouvernante Armes Kind, wie Sie bleich sind unter Ihren blitzenden Steinen.
Lena O Gott, ich könnte lieben, warum nicht? Man geht ja so einsam und tastet nach einer Hand, die einen hielte, bis die Leichenfrau die Hände auseinandernähme und sie jedem über der Brust faltete. Aber warum schlägt man einen Nagel durch zwei Hände, die sich nicht suchten? Was hat meine arme Hand gethan? (Sie zieht einen Ring vom Finger.)Dieser Ring sticht mich wie eine Natter.
Gouvernante Aber – er soll ja ein wahrer Don Carlos sein.
Lena Aber ein Mann –
Gouvernante Nun?
Lena Den man nicht liebt. (Sie erhebt sich.) Pfui! Siehst du, ich schäme mich. – Morgen ist aller Duft und Glanz von mir gestreift. Bin ich denn wie die arme, hülflose Quelle, die jedes Bild, das sich über sie bückt, in ihrem stillen Grund abspiegeln muß? Die Blumen öffnen und schließen, wie sie wollen, ihre Kelche der Morgensonne und dem Abendwind. Ist denn die Tochter eines Königs weniger, als eine Blume?
Gouvernante (weinend) Lieber Engel, du bist doch ein wahres Opferlamm.
Lena Ja wohl – und der Priester hebt schon das Messer. – Mein Gott, mein Gott, ist es denn wahr, daß wir uns selbst erlösen müssen mit unserm Schmerz? Ist es denn wahr, die Welt sei ein gekreuzigter Heiland, die Sonne seine Dornenkrone und die Sterne die Nägel und Speere in seinen Füßen und Lenden?

Montag, 17. Juni 2013

Recha – Nathan der Weise – Lessing


5. Akt, 6. Szene
Recha (die sich ermannt und aufsteht).
      Ah! verzeih! vergib!
Mein Schmerz hat mich vergessen machen, wer
Du bist. Vor Sittah gilt kein Winseln, kein
Verzweifeln. Kalte, ruhige Vernunft
Will alles über sie allein vermögen.
Wes Sache diese bei ihr führt, der siegt!
Sittah.
Nun dann?
Recha.       Nein; meine Freundin, meine Schwester
Gibt das nicht zu! Gibt nimmer zu, daß mir
Ein andrer Vater aufgedrungen werde!
Sittah.
Ein andrer Vater? aufgedrungen? dir?
Wer kann das? kann das auch nur wollen, Liebe?
Recha.
Wer? Meine gute böse Daja kann
Das wollen, – will das können. – ja; du kennst
Wohl diese gute böse Daja nicht?
Nun, Gott vergeb' es ihr! – belohn' es ihr!
Sie hat mir so viel Gutes, – so viel Böses
Erwiesen!
Sittah.       Böses dir? – So muß sie Gutes
Doch wahrlich wenig haben.
Recha.       Doch! recht viel,
Recht viel!
Sittah.       Wer ist sie?
Recha.             Eine Christin, die
In meiner Kindheit mich gepflegt; mich so
Gepflegt! – Du glaubst nicht! – Die mir eine Mutter
So wenig missen lassen! – Gott vergelt'
Es ihr! – Die aber mich auch so geängstet!
Mich so gequält!
Sittah.       Und über was? warum?
Wie?
Recha.       Ach! die arme Frau – ich sag dir's ja
Ist eine Christin; – muß aus Liebe quälen;
Ist eine von den Schwärmerinnen, die
Den allgemeinen, einzig wahren Weg
Nach Gott zu wissen wähnen!
Sittah.       Nun versteh ich!
Recha.
Und sich gedrungen fühlen, einen jeden,
Der dieses Wegs verfehlt, darauf zu lenken. –
Kaum können sie auch anders. Denn ist's wahr,
Daß dieser Weg allein nur richtig führt:
Wie sollen sie gelassen ihre Freunde
Auf einem andern wandeln sehn, – der ins
Verderben stürzt, ins ewige Verderben?
Es müßte möglich sein, denselben Menschen
Zur selben Zeit zu lieben und zu hassen. –
Auch ist's das nicht, was endlich laute Klagen
Mich über sie zu führen zwingt. Ihr Seufzen,
Ihr Warnen, ihr Gebet, ihr Drohen hätt'
Ich gern noch länger ausgehalten; gern!
Es brachte mich doch immer auf Gedanken,
Die gut und nützlich. Und wem schmeichelt's doch
Im Grunde nicht, sich gar so wert und teuer,
Von wem's auch sei, gehalten fühlen, daß
Er den Gedanken nicht ertragen kann,
Er müss' einmal auf ewig uns entbehren!
Sittah.
Sehr wahr!
Recha.       Allein – allein – das geht zu weit!
Dem kann ich nichts entgegensetzen; nicht
Geduld, nicht Überlegung; nichts!
Sittah.       Was? wem?
Recha.
Was sie mir eben itzt entdeckt will haben.
Sittah.
Entdeckt? und eben itzt?
Recha.       Nur eben itzt!
Wir nahten, auf dem Weg hierher, uns einem
Verfallnen Christentempel. Plötzlich stand
Sie still; schien mit sich selbst zu kämpfen; blickte
Mit nassen Augen bald gen Himmel, bald
Auf mich. Komm, sprach sie endlich, laß uns hier
Durch diesen Tempel in die Richte gehn!
Sie geht; ich folg ihr, und mein Auge schweift
Mit Graus die wankenden Ruinen durch.
Nun steht sie wieder; und ich sehe mich
An den versunknen Stufen eines morschen
Altars mit ihr. Wie ward mir? als sie da
Mit heißen Tränen, mit gerungnen Händen
Zu meinen Füßen stürzte ...
Sittah.       Gutes Kind!
Recha.
Und bei der Göttlichen, die da wohl sonst
So manch Gebet erhört, so manches Wunder
Verrichtet habe, mich beschwor; – mit Blicken
Des wahren Mitleids mich beschwor, mich meiner
Doch zu erbarmen! – Wenigstens, ihr zu
Vergeben, wenn sie mir entdecken müsse,
Was ihre Kirch' auf mich für Anspruch habe.
Sittah.
(Unglückliche! – Es ahnte mir!)
Recha.       Ich sei
Aus christlichem Geblüte; sei getauft;
Sei Nathans Tochter nicht; er nicht mein Vater! –
Gott! Gott! Er nicht mein Vater! – Sittah! Sittah!
Sieh mich aufs neu' zu deinen Füßen ...

Freitag, 14. Juni 2013

how to work better


Many artists are creative but not disciplined. That makes it hard to be consequent and keep your profile updated and inform agency homepage and so on. Just to take a project and keep at it until it's done is sometimes hard, especially if one works for free. Since this building and the writing on it appear every day when I go to work, I thought it might help a little.  Have fun with it.

Donnerstag, 13. Juni 2013

schauspieler werden

© Schauspiel Schule Zürich
Es besteht offensichtlich die Frage ob man eine Schauspielschule machen muss um Schauspieler zu werden oder nicht. Man muss natürlich nicht. Aber es hat viele Vorteile. Durch die Ausbildung an einer staatlichen Schauspielschule kann man schon während der Ausbildung auf grossen Bühnen spielen und Erfahrungen sammeln. Man wird damit besser vernetzt und auch besser auf den harten Arbeitsalltag vorbereitet, was nach Wolfgang Beuschel  (Tages Anzeiger vom 10.1.13) viele Schauspielschulen nicht tun. Das interessante ist, dass sogar jugendliche Schauspieler, die schon lange erfolg im Business haben so wie Joel Basman trotzdem eine Schauspielausblidung absolvieren. Wenn man schon früh weiss, dass man Schauspieler werden will, dann würde ich empfehlen bei einem professionellen Jugendtheater mit zu machen. Das kann bei einer Theater AG oder im Schauspielprogramm für junge sein, wie es das zur Zeit im Burgtheater in Wien gibt. Es macht das Vorsprechen für eine Schauspielschul-Aufnahme einfacher, da man schon im Training ist. 
Dazu würde ich empfehlen sich bei den Casting-Agenturen in der Umgebung anzumelden um schon früh die Chance auf Castings und mögliche Rollen zu eröffnen. Das man entdeckt wird wie Lilith Stangenberg ist selten und eher unwahrscheinlich und die meisten jugendlichen die in Filmen spielen besuchen dennoch eine Schauspielschule. So auch Elisa Plüss die zur Zeit in Salzburg an der Hochschule studiert und schon als jugendliche im Film Happy New Year gespielt hat. Wie also kommt man an eine Schauspielschule? Erst einmal würde ich mir überlegen ob ich das Zeug für einen Schauspieler habe. Dazu hier eine Checkliste der Film Schauspielschule Berlin. Dann muss man sich bewusst sein, dass es viele Schauspielschulen gibt. Sehr viele Private- und Halbstaatliche- und im vergleich dazu wenige Hochschulen. Im Internet habe ich zwei Listen mit den Schulen gefunden eine aktuellere aber weniger gut gestaltete und eine übersichtlichere dafür nicht mehr so aktuell. Nun heisst es anmelden, Unterkunft finden und vor allem Monologe aussuchen. Die meisten Hochschulen für Schauspiel geben jeweils eine Monologliste für die kommenden Prüfungen heraus. Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft hat einen Blog und ein kleines Ebook zum Thema "Schauspieler werden" und "Schauspieler werden wollen" heraus gegeben. Dort findest du nützliche tipps und tricks dazu. Wenn du gerne erst einmal wissen möchtest was in einem Stück geschieht, bevor du dich für den Monolog daraus entscheidest habe ich hier eine Seite erstellt um die Stücke aus denen die Monologe des Alanus ebooks stammen vorzustellen. Natürlich ist es immer wichtig, dass du das ganze Stück liest um die genauen zusammenhänge der Geschichte zu erfassen, bevor du den Monolog erarbeitest. Es ist üblich sich mit der Begleitung eines Profis auf die Vorsprechen vorzubereiten. Zumindest kenne ich fast niemand der es ohne versucht hätte.  Falls du also jemanden suchst, vielleicht hat gerade jemand seine Dienste auf Ronorp.net ausgeschrieben oder sonst findest du unter Spielsite.de jemanden. Was bestimmt auch eine Möglichkeit ist, wäre ein Schauspieler von einem Theater in deiner Nähe zu fragen. Das könnte den Vorteil haben, dass dein Coach selbst an einer Hochschule war. Oder du schreibst auf Ronorp.net aus. Es wird sich schon wen finden. 

Ich empfehle auf jeden Fall eine Ausbildung an einer Hochschule zu versuchen. Wenn das nicht klappt, kann man auf eine Halbstaatliche ausweichen. Staatlich anerkannt muss sie unbedingt sein.


In diesem Sinne toi toi toi!

We love Acting
Isabel



Mittwoch, 12. Juni 2013

HOW TO FEEL MISERABLE AS AN ARTIST – Keri Smith

I got first in touch with the "How to feel miserable as an artist"-list when sent to me by email for an audition. I loved it so much, that I wanted to know who did that and found Keri Smith. She has inspiring thoughts and so I share this with you.

Keri Smith Original on the Blog.